Auf den ersten Blick wirken sie wie das perfekte Schnäppchen: Laptops für deutlich unter 200 Euro, die flüssiges Arbeiten im Web versprechen. Besonders für Schüler, Studierende oder als Zweitgerät greifen viele spontan zu. Doch der Schein trügt gewaltig. Wer extrem günstige Chromebooks kaufen möchte, erlebt meist nach recht kurzer Zeit eine böse Überraschung. Was als sparsame Investition beginnt, verwandelt sich schnell in Frust über träge Hardware, defekte Bauteile und ablaufende Software-Unterstützung. Doch warum schneiden diese Ultra-Budget-Geräte im Alltagstest auf lange Sicht so schlecht ab?
Um extrem niedrige Verkaufspreise zu realisieren, sparen die Hersteller an allen Ecken und Enden. Das spürt man sofort beim ersten Anfassen. Die Gehäuse bestehen fast ausschließlich aus einfachem, biegsamem Kunststoff. Scharniere werden direkt in billige Plastikgewinde geschraubt, anstatt auf stabile Metallverstärkungen zu setzen.
Durch das tägliche Auf- und Zuklappen entstehen enorme Hebelkräfte. Es ist eine Frage der Zeit, bis das Material rund um das Display nachgibt. Häufig bricht die Verankerung nach nur ein bis zwei Jahren normaler Nutzung komplett aus, was eine Reparatur wirtschaftlich totalschaden macht.
Neben der Mechanik ist vor allem die verbaute Elektronik ein Problemfall. Anstelle moderner, schneller SSD-Festplatten kommt in dieser Preisklasse fast ausnahmslos eMMC-Speicher zum Einsatz. Dieser Speicher ist im Grunde nichts anderes als eine fest aufgelötete SD-Karte.
Der billige eMMC-Speicher verwandelt den anfänglich flüssigen Begleiter nach einigen Systemupdates in ein Geduldsspiel.
Ein oft übersehener Faktor beim Kauf ist die finale Lebensdauer der Software. Google gewährt für jedes Modell eine festgelegte Spanne an automatischen Updates. Bei extrem günstigen Modellen kommen oft ältere Prozessoren zum Einsatz, deren Support-Zeitraum bereits teils abgelaufen ist, wenn das Gerät im Handel landet.
Ist dieses Datum erreicht, erhält das System keine Sicherheitsaktualisierungen mehr. Webseiten lassen sich eventuell nicht mehr korrekt darstellen, und das Gerät wird zum Sicherheitsrisiko für das eigene Netzwerk.
Wer am falschen Ende spart, zahlt am Ende doppelt. Ein extrem preiswertes Modell mag im ersten Moment den Geldbeutel schonen, muss aber oft schon nach kurzer Zeit ersetzt werden. Investiert man stattdessen ein wenig mehr in Mittelklasse-Geräte oder gut erhaltene Gebrauchtgeräte, erhält man eine Vielfaches an Lebensdauer, Leistung und Ergonomie.
Haben Sie bereits Erfahrungen mit sehr günstigen Laptops gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare!









